Thema des Monats Mai/Juni 2004
Woche der Umwelt: OPTIMUS zeigt beim Bundespräsidenten, wie sich mit optimierten Heizungsanlagen Energie einsparen lässt

Eigentlich ging es ausschließlich um erneuerbare Energien: Doch bei der Woche der Umwelt im Rahmen der internationalen Konferenz "renewables 2004" gab es eine Ausnahme – das Forschungs- und Qualifizierungsprojekt OPTIMUS.

Im OPTIMUS-Projekt geht es unter anderem darum, in der Praxis den Nachweis zu führen, dass und wie viel Energie sich durch eine optimale Abstimmung von Heizungsanlagen in Wohnhäusern einsparen lässt. Immerhin können rund 80 Prozent der Heizungsanlagen als Energiefresser bezeichnet werden. Allein durch die Optimierung der vorhandenen Technik könnten die Systeme wesentlich effizienter arbeiten und viel Energie sparen.

Diese Analyse der OPTIMUS-Gruppe beeindruckte den Bundespräsidenten Johannes Rau und die Mitveranstalter der Woche der Umwelt, die "Deutsche Bundesstiftung Umwelt" und die "Nordrhein-Westfälische Stiftung für Umwelt und Entwicklung", so stark, dass sie die Gruppe nach Bonn einluden, um vom 2.– 4. Juni 2004 im Park der Villa-Hammerschmidt über ihre Forschungsergebnisse zu informieren (weitere Informationen zu den "renewables 2004" und deren Ergebnisse finden sich unter: www.renewables2004.de).

Und die bisherigen Ergebnisse aus dem Projekt OPTIMUS, das von der "Deutschen Bundesstiftung Umwelt" gefördert wird, stimmen nachdenklich: So weisen die Projektpartner nach, dass nahezu alle bestehenden Heizungsanlagen Systemfehler oder Defizite aufweisen: sei es, dass die gesamte Anlage oder einzelne Komponenten wie Wärmeerzeuger, Pumpen oder Heizflächen überdimensioniert sind, oder sei es, dass die Reglereinstellung mangelhaft oder die hydraulische Abstimmung schlecht ist. Diese System-Defizite haben gravierende Folgen: viel Energie wird verschwendet, auch von elektrischer Hilfsenergie, die Lebensdauer verschiedener Komponenten sinkt und Leitungen und Thermostatventile machen störende Geräusche.

Doch bleibt das OPTIMUS-Projekt nicht bei der Beschreibung der derzeitigen Missstände stehen. Nahe liegendes Ziel ist es vielmehr, aus den enormen Einsparpotenzialen im Bestand reale Einsparungen zu machen. Die Kooperationspartner befassen sich daher intensiv mit der Frage, wie die "Optimierung von Heizungsanlagen" in absehbarer Zeit zu einem Geschäftsfeld für das Fachhandwerk entwickelt werden kann.

Neben der erforderlichen Öffentlichkeitsarbeit wird daher derzeit ein Qualifizierungskonzept für Fachhandwerker entwickelt und erprobt, das auf die Entwicklung der erforderlichen
Fach-, System- und Beratungskompetenz zielt. Derzeit wird geprüft, in wie weit eine Verknüpfung mit bestehenden Angeboten, wie etwa der Fortbildung zum Energieberater im Handwerk, sinnvoll und möglich ist. Gerade dieses Qualifizierungskonzept stand auch im Mittelpunkt der Präsentation auf der "Woche der Umwelt", denn an diesem Beispiel wird besonders deutlich, dass nachhaltiges Wirtschaften vor allem auch eine Frage der Kompetenz ist!


Bundespräsident Johannes Rau
informiert sich über Umweltprojekte

Daneben entwickelt und erprobt die OPTIMUS-Gruppe derzeit ein vereinfachtes Verfahren und eine Berechnungssoftware sowie weitere unterstützende Materialien zur qualitativ hochwertigen und auch ökonomisch interessanten Umsetzung von Optimierungen. Diese Materialien werden zu Beginn des kommenden Jahres über Fachpresse, Verbände und Unternehmen kostenlos herausgegeben. Sie sollen zeigen, dass hier ein auch in ökonomischer Hinsicht interessantes Geschäftsfeld bislang völlig brach liegt. Ein Geschäftsfeld, mit dem die Heizungsbranche zugleich hervorragend ihr Image verbessern und zeigen kann, dass das qualifizierte Fachhandwerk Kundeninteressen versteht und in der Lage ist, zukunftsweisende Dienstleistungen bereitzustellen. Mehr Informationen zum OPTIMUS-Projekt und seinen Kooperationspartnern finden Sie unter www.optimus-online.de.

Archiv Index



© 2003-2016 Arbeitskreis Versorgungstechnik